HausbauDie BERA unterstützt dauerhaft die Arbeit der Hilfsorganisation Habitat for Humanity. Zum 10-jährigen Firmenjubiläum stellt sich das BERA-Team einer ganz besonderen internationalen Hausbau-Herausforderung:

Bereits seit einigen Jahren engagiert sich die BERA für die Arbeit der Hilfsorganisation „Habitat for Humanity“. So haben unsere Kollegen tatkräftig angepackt und sind zu Baureisen nach Rumänien und Äthiopien angetreten. Mit viel persönlichem Einsatz und Fleiß wurden von Armut betroffene Familien bei der Errichtung von neuem Wohnraum unterstützt.

In Äthiopien leben die meisten Menschen in schlecht gebauten, alten Behausungen; Zehntausende sind obdachlos. Nur 27% der Äthiopier haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur 10% zu Sanitäranlagen. Durch die Partnerschaft mit der BERA kann Habitat diese Probleme angehen und Menschen ein besseres Leben ermöglichen: 10 Familien werden ein Dach über dem Kopf bekommen und durch die Wasserleitungen werden ca. 360 Familien Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Das ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber der Anfang ist gemacht.

 

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Bis heute sind wir ständig im Austausch mit den Menschen vor Ort. Wir besuchten Familie Moldovan im fast fertigen Zuhause und unterstützen die restlichen Arbeiten in Rumänien. Auch die Entwicklung im „Dorf der Hoffnung“ in Äthiopien liegt uns am Herzen. Daher tritt unser Geschäftsführer Bernd Rath im Februar erneut die lange Reise nach Afrika an. Dort wird er zusammen mit Vertretern von Habitat for Humanity Deutschland die zehn von uns und den Familien erbauten Häuser im „Dorf der Hoffnung“ besuchen und die Brunnenanlage begutachten.  


Vom 12. bis 20. Mai waren 27 Mitarbeiter der BERA und von uns nahestehenden Unternehmen eine Woche lang in Äthiopien. Dort gab es 2 große Projekte:


1. Es wurden 10 Häuser für bedürftige Familien errichtet.

2. eine 3000 m lange Hauptwasserleitung mit Wasserhähnen, 
4 Brunnen sowie eine Handpumpe in Finote Selam für 360 Familien gebaut.

 

 

12. Februar 2015 - erneuter Besuch


Gestern Abend in Frankfurt gestartet ist BERA Geschäftsführer Bernd Rath heute morgen in Addis Abeba gelandet! In Debre Birhan im "Dorf der Hoffnung" wurde er herzlich von den Bewohnern in Empfang genommen. Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister erkundigte er sich über die aktuellen Geschehnisse.



 
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KW 5 - Auftaktveranstaltung

Gestern fand in Tauberbischofsheim die Auftaktveranstaltung für die Teilnehmer der Baureise nach Äthiopien statt.Das gespannte Team freute sich über die zahlreichen wertvollen Infos über Land und Leute in Äthiopien, Bauweise der Häuser, einem kleinen Knigge, Tipps, was vor Ort zu beachten ist sowie Infos zu Impfungen. Um den organisatorischen Aufwand für die Teilnehmer so gering wie möglich zu halten, konnten sie sich noch vor Ort impfen lassen. Ein Service, den Viele auch gerne nutzten.

Das Hotel steht nun übrigens auch fest – und es ist besser als befürchtet :-)



Raumi rzte Sabine Marc
 
Deko Impfen  Schlange
     
     

 


KW 18 - Entsendungsseminar



Neun Tage vor dem Abflug, am 2. Mai, traf sich das komplette Bauteam in Schwäbisch Hall für ein interkulturelles Training sowie ein besseres Kennenlernen. Die Vertreter von Habitat for Humanity gaben aktuelle Infos weiter, die Tropenärzte gaben wichtige Tipps hinsichtlich möglicher Erkrankungen. An erster Stelle stehen Durchfallerkrankungen, seltener kann es zur Höhenkrankheit kommen. Bei ausreichendem Impfschutz kann man eine Vielzahl weiterer möglicher Erkrankungen vermeiden. Als Essregel wurde ausgegeben: "Essen Sie nur, was sie schälen oder kochen können". Die Teilnehmer wurden angehalten regelmäßig Pausen während der Arbeit zu machen.

Den weitaus größten Raum nahmen aber die Ausführungen des interkulturellen Beraters Jochen Schuppener ein. Im Mittelpunkt seiner Präsentation standen die kulturbedingten möglichen Stress- und Frustpotenziale. "Normalität" ist ein Ergebnis der Wertewelt, die Menschen in einer Kultur annehmen. Was als normal empfunden wird, variiert - besonders dann, wenn die aufeinander treffenden Kulturen - wie im Fall des BERA-Einsatzes - sehr verschieden sind. Darüber hinaus klärte er über die Regeln eines humanitären Einsatzes auf, erläuterte die verschiedenen Rollen in Teams und ermunterte die Teilnehmer aufeinander zu achten aber auch die "Gastgeber"-Kultur zu kennen und zu achten, um Frust- bzw. Stresssymptome zu erkennen und zu vermeiden.



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Gruppe kl  Frau Terdenge  

 


Samstag 12. Mai 2012



Flughafen Frankfurt, nach wochenlangem warten geht es heute endlich los: 28 Mitarbeiter der BERA und BERA nahestehende Personen sind bereit für ihre Abreise nach Äthiopien. Gemeinsam mit der Hilfsorganisation Habitat for Humanity haben sie das Ziel innerhalb der nächsten Tage zehn Häuser und eine 3000m lange Hauptwasserleitung mit vier Brunnen zu bauen. Welche Erwartungen die Teilnehmer mit der Baureise nach Äthiopien verbinden lesen Sie auf „Baureise Statements“. Der Flug in die Hauptstadt Äthiopiens Adis Abeba dauert ca. 8,5 Stunden inklusive eines Zwischenstopps im Sudan. Vom Flughafen geht es direkt ins Hotel. Eine aufregende, aber auch anstrengende Woche wartet auf die Teilnehmer.

Lesen Sie morgen die ersten Eindrücke des Teams von dem afrikanischen Kontinent und erfahren Sie mehr über die Familien, denen der Einsatz gilt.
Flugkarte Adis

Samstag 12. Mai 2012 Ankunft



Das BERA-Team ist sicher in Ähtiopien angekommen. Nach einer freudigen Begrüßung durch das Habitat-Team gab es im Hotel noch ein Abendessen. Alle sind gespannt auf den Baueinsatz. Die ersten fünf Menschen, für die ein neues Heim entsteht, wollen wir Ihnen heute vorstellen.

10 Häuser, 10 Familien, 10 Schicksale


Tekalign Dejene_und_Familie Getiye Haile_und_Familie    
    Tekla Dejene mit Familie     Getiye Haile mit Familie  

 

Der Polizist Tekalign Dejene, 32 lebtmit seiner Frau und seinen zwei Kindern in einer Hütte mit nur 16m². Die Wände bestehen aus Erde und sind mit Plastik und Zeitungspapier verkleidet. Die Sanitären Anlagen und die Küche teilt er sich mit fünf anderen Familien. Mit seinem Einkommen bezahlt er zudem die Ausbildung seiner zwei Geschwister.

Der 38 jährige Getiye Haile lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern auf nur 11m² ohne Küche und Toilette. Alle Familienmitglieder leben dabei in einem Raum und um zu kochen müssen sie einen Weg von einem Kilometer gehen, die Toilette ist nur tagsüber benutzbar und wird mit 18 Familien geteilt.


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    Belet Habteselassie mit Familie

    Witwe Mulu Atlawu mit Ihren Kindern

   Sahele Tekletsadik

 

 

 

Belete Habteselassie, 27, lebt gemeinsam mit vier Familienmitgliedern in einem Raum. Das Dach ist undicht und  durch die schlecht hygienischen Verhältnisse sind seine Familienmitglieder häufig krank.
Nur 10m" misst die Hütte von Sahele Tekletsadik, in der er mit seiner vierköpfigen Familie lebt. Der Boden besteht lediglich aus Erde die Küche sowie eine Toilette teilen sie sich mit 15 anderen Familien.
Die 31 jährige Witwe Mulu Atlawu und lebt mit ihren zwei Kindern auf nur 13m². Die Verkäuferin traditioneller Kleidung muss mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufbringen und als Toilette muss die Familie ein Feld hinter dem Haus nutzen.
Allen ist gemeinsam, dass sie sich sehr auf ihr Habitat-Haus freuen, welches Ihnen ein würdiges Zuhause und eine bessere Zukunft ermöglicht. Mehr zum Prinzip "Eigentum statt Almosen" von Habitat for Humanity finden Sie hier: http://www.hfhd.de/was-wir-tun.html.
Lesen Sie morgen über die Besichtigung des Teams der Hauptstadt Adis Abeba.

Sonntag 13. Mai 2012



Der erste Morgen in Äthiopien beginnt unerwartet regnerisch, doch trotzdem begibt sich das Team nach dem Frühstück auf Besichtigungstour. Die Hauptstadt zeigt respektable, moderne Großbauten neben Wellblechhütten, Parks mit exotischen Bäumen, Blüten und prächtigen Vögeln, alte, qualmende Autos, die um die Vorfahrt (oder wahlweise um die Wette) hupen und Menschen, die an der Straße sitzen, „Injera“ (Brot) essen oder die entspannt am Sonntagnachmittag über die Straßen flanieren bzw. in Cafés unterschiedlichster Art sitzen.
Was auffällt, ist der Stolz auf die Menschen, die Äthiopiens politische Unabhängigkeit in verschiedenen Kriegen bewahrt haben. In der Kathedrale der heiligen Dreifaltigkeit erinnern drei Flaggen an die verschiedenen Heeresgattungen, die das Land gerettet haben (Marine, Luftwaffe, Heer). Äthiopien zeigt auch mit Freude seine Rolle als Wiege der Menschheit: Im Nationalmuseum wird „Lucy“ ausgestellt, eines der am besten erhaltenen Skelete eines Frühmenschen.


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Nächster Programmpunkt: Orientierungsseminar im Hotel. Kebele Abebe, Direktor von Habitat Äthiopien, leitet das Orientierungsseminar und freut sich, sein Deutsch mal wieder auszuprobieren. Das BERA-Team ist in Äthiopien das erste aus Deutschland. In seinem Vortrag stellte er die Arbeit von Habitat in Äthiopien und die angewendete Bautechnik vor. Der Stil nennt sich übrigens improved chika houses und zeichnet sich dadurch aus, dass mit ihm schnell und kostengünstig errichtet werden kann.

Die Habitatleute stellen klar, dass das Bauergebnis nur ein Teil des Ansatzes ist: Viel größere Bedeutung hat das gemeinsame Arbeiten und das Verstehen der fremden Kultur. Über das Zusammenarbeiten soll ein „changing hearts and minds“ geschehen und dabei jeder möglichst gesund bleiben. Deswegen gab es auch noch ein paar essenzielle Sicherheitsanweisungen für die Baustelle, die ganz ohne Absperrband und Ähnliches auskommen wird. Nach dem ersten Tag ist zu sagen: Die Organisation war bislang exzellent.

Die Aufbruchstimmung im Team ist wirklich spürbar, die Hände sind kribbelig und Anpacken anstatt Sightseeing heißt die Devise. Einstimmig wird daher entschieden, am nächsten Tag lieber eine Stunde früher aufzubrechen.

Morgen steht eine Busfahrt zum Zielort an:  2,5 Stunden. Hinweis vom Habitat Team: Die Busse riechen wegen recht abgewetzter Flauschsitze muffig. Wie das Team die Busfahrt übersteht und wie der erste Tag auf der Baustelle abläuft, können Sie morgen hier lesen…


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Montag 14. Mai 2012



Ankunft im Dorf der Hoffnung

This time it´s Africa – Etwas später als geplant, startet der Bus mit dem BERA-Bauteam in Richtung >Dorf der Hoffnung<. Das großstädtische Treiben von Addis Abeba und die ersten Magen-Darm-Krankheiten hinter sich gelassen, bestaunen die Reisenden auf der etwa 130 km langen Fahrt die faszinierende Landschaft Äthiopiens: Die gut ausgebaute Straße führt durch Felder und Weiden, auf denen verschiedene Tiere frei herum laufen. Traditionelle Dörfer und Gehöfte reihen sich wie Perlenketten entlang der Straße. Auf dieser Strecke steigen außerdem ein Kameramann und eine Reporterin vom äthiopischen Fernsehen zu, die unmittelbar mit ihrer Arbeit beginnen und Aufnahmen vom Geschehen im Bus und später auch auf der Baustelle vornehmen.

Im Dorf der Hoffnung, auf 2.800 Meter Höhe, angekommen, wird das Team aufs herzlichste willkommen geheißen. Aber einfach ankommen und anfangen, das geht hier nicht. Erst nach dem traditionellen äthiopischen Mittagessen und einem Kaffee darf das engagierte Bauteam gestärkt ans Werk. Doch zuvor gibt es noch eine sehr emotionale Begegnung mit vier Vertretern der so genannten Vulnerable Group. Das sind Menschen, die durch Krankheiten wie Lepra gezeichnet sind. Sie bekommen ihre Häuser im >Dorf der Hoffnung< geschenkt.



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Anschließend kann es mit Spitzhacken, Schaufeln und Spaten endlich losgehen. Stufe eins des Hausbaus: ein Fundament legen. Doch bereits nach den ersten Spatenstichen zeigt sich: Das vermeintliche Vorhaben, einen Graben von 50 Zentimetern Tiefe und Breite anzulegen, wird etwas komplexer als im heimischen Garten. Maß der Dinge ist ein Holzstab, der die Tiefe und Breite der Gräben vorgibt. Der Boden hat die gefühlte Konsistenz von Sandstein, was dem Team bei der Erstellung des Fundamentes einiges abverlangt. Doch am Ende des Tages sind alle mit dem Fortschritt zufrieden. "Wir dachten nicht, dass ihr so viel schaffen würdet", eine schöne Anerkennung der Bauleitung.

Wir dürfen gespannt sein, wie es weiter geht…


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Dienstag 15. Mai 2012



Der erste volle Arbeitstag bringt dem Bauteam Sonnenbrand, Muskelkater, Erschöpfung und auch den ersten Ausfall durch Krankheit. Doch all das kann die Stimmung und den Arbeitswillen der Helfer nicht brechen. Mit Eifer gehen sie weiter ans Werk und erreichen damit an manchen Stellen der Fundamente bereits die geforderte Normtiefe und -breite. Auch die ersten beiden Holzkonstruktionen für die neuen Häuser werden an diesem Tag fertiggestellt. 

Doch, „wo gehobelt wird, da fallen Späne“:Die erste Spitzhacke gibt unter der Muskelkraft des Bauteams nach und zerbricht. Außerdem werden die Helfer an diesem Tag vor eine besondere bauliche Situation gestellt, die besondere Maßnahmen und Werkzeuge erfordert: So musste beispielsweise ein riesiger Stein mittels Meisel von Hand aus dem Fundament „gesprengt“ werden. Schlussendlich darf bei dem ganzen Bauvorhaben aber auch das Kennenlernen und der kulturelle Austausch nicht zu kurz kommen und so übernehmen Mitarbeiter der BERA zum ersten mal die äthiopische Kaffeezeremonie – natürlich im traditionellen Gewand.


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Nach dem Tag auf der Baustelle besucht das Bauteam dann vier Familien, die später in den BERA-Häusern leben sollen. Die Helfer erfährt dabei unter welch unglaublichen Umständen die Bedürftigen leben: Sanitäre Anlagen und fließendes Wasser ist für sie nur ein Traum. Bis zu drei oder vier Personen teilen sich ein Bett. Der Boden besteht aus festgestampftem Lehm, der, wenn es regnet, unter Wasser steht, weil das Dach undicht ist oder das Wasser gar zum Eingang hereinläuft. Trotz der großen Not der äthiopischen Familien wird das Bauteam mit einer Gastfreundschaft empfangen, die rührend ist. Die Hoffnungen, die die Bedürftigen hegen und die Freude auf die Häuser und den damit verbundenen Neuanfang geben auch dem BERA-Team Kraft und Antrieb für die kommende Arbeit. "Wenn ich das sehe, weiß ich, warum ich diese Arbeit mache", resümiert der Reiseleiter.


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Mittwoch 16. Mai 2012


„Schlammschlacht“ im äthiopischen Hochland

Spitzhacken und Schaufeln bleiben heute in der Bauhütte. Stattdessen steht „Chika“ im Mittelpunkt des Interesses, eine Mischung aus Erde, Dung und Wasser, die zur Verkleidung der Häuser dient. Zu Beginn des Tages werden drei Arbeitsbereich vorgestellt, in die sich das Bauteam einteilen kann: eine Gruppe, die Steine transportiert, um die Fundamente zu befüllen, eine Gruppe, die die Holzgerüste der Häuser mit zusätzlichen senkrechten Latten verstärkt und die „Chika-Gruppe“, welche sich dem „Verputzen“ der Häuser widmet. Nachdem die Beteiligung in Gruppe drei anfangs etwas gering ist – die Zusammensetzung des Baumaterials schreckte offensichtlich ab – gewinnt die „Chika-Gruppe“ kontinuierlich Mitarbeiter, so dass am Ende des Arbeitstages fast das komplette Bauteam, die einheimischen Helfer sowie die Habitat-Mitarbeiter Chika-Bälle produzieren, weiterreichen, gegen die Wand werfen oder glattstreichen. Zu fortgeschrittener Stunde steht fast das komplette Team mitten im Dreck oder zeigte zumindest deutliche Spuren auf Kleidung und Körper. Einige Mitarbeiter werden von den einheimischen Helfern sogar zu "Ambasa" ernannt, was so viel bedeutet wie Löwe. Ob das jetzt eine Ehrenbezeichnung ist …

Doch nicht nur das Baumaterial hinterlässt Spuren. Neben schmerzenden Rücken und Muskelkater, werden die Helfer auch in Punkto Sonneneinstrahlung vorsichtiger und verwenden großzügig Sonnencreme oder gar Sonnenschutz-Kleidung. Diejenigen, die es bereits erwischt hat, greifen auf das Allheilmittel Chika zurück. Angenehm kühl schützt es die geröteten Stellen mit seiner undurchdringlichen braunen Kruste.

Am Ende des Tages besucht das Bauteam zwei Familien, die bereits in neue Häuser eingezogen sind. Sie werden Zeuge darüber, welche Freude die neue Behausung, das Mehr an Platz und die Sauberkeit den Menschen beschert. Ein weiterer Ansporn und Grund genug auch morgen wieder anzupacken, um eine neue Zukunft zu erschaffen.

Die Bilanz dieses Tages: Zwei fast bezugsfertige Häuser. Das Tagesziel wurde erreicht. Und morgen geht es Gerüchten zufolge an das Verlegen der Wasserleitungen.


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Donnerstag 17. Mai 2012


 Während des Frühstücks erhält das Team ein großes Lob vom Reiseleiter: Am Vortag hätten die Helfer mehr erreicht, als vorgesehen war. Heute steht für das Bauteam folgendes auf dem Plan: Das Ausgießen einer Bodenplatte, das Anlegen eines weiteren ca. 50 Meter langen Grabens und das Verkleiden eines Toilettenhäuschens. Das Mischen des Zements bereitet dem Team ganz schön Probleme. Doch auch die „Bodenstampfer-Teams“ haben es nicht leichter: Mit "prähistorischem" Werkzeug stampfen sie die Erde in den beiden Räumen fest. Schon nach einigen guten Stampfstößen zeigen sich Ermüdungserscheinungen der Arme. Die Sonne geht auf, als der Bauleiter vor der Mittagspause verkündet: "It´s finished". Damit bleibt dem Bauteam Zeit, um am Graben für die Wasserleitung zu arbeiten, welcher nach einer zusätzlichen halben Stunde Arbeit ebenfalls vollendet ist. Das Verkleiden eines der Klohäuschen mit Eukalyptusstangen, stellt einen der letzten Arbeitsschritte des Tages dar. Hier offenbart sich dem Team nicht zum ersten Mal, dass die Herangehensweisen in Afrika und Europa grundverschieden sind: Während die äthiopischen Helfer die vorhandenen Stangen auf Passgenauigkeit prüfen und einsetzen, fangen die Deutschen an, die Stangen auf Maß zu sägen. Viel wichtiger ist es allerdings, dass die Stangen gerade sind, die Länge ist zweitrangig. Ideal ist schließlich ein relativ blickdichtes Toilettenhäuschen ;-) Ein besonderer Anlass ist die Übergabe eines bereits früher fertig gestellten Hauses. Weil es das zweitausendste Haus ist, das Habitat in Äthiopien an Eigentümer übergibt, ist sogar das äthiopische Fernsehen anwesend. Ganz nach äthiopischer Tradition wird bei der Übergabe eine Bibel und der Hausschlüssel ausgehändigt. Das Bauteam spendiert einen Haussegen, indem gemeinsam gerufen wird: "Betlem Bossa!", oder so ähnlich... Nachdem das Tagesziel auch an diesem Tag erreicht wird – trotz einiger Ausfälle durch Krankheit – bleibt dem Team am Ende des Tages noch ein bisschen Zeit für den Besuch eines echten äthiopischen Marktes. Das Produktangebot, vor allem Kleidung und Lebensmittel, ist relativ groß, nur das Verhandeln muss noch ein wenig geübt werden…


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Freitag 18. Mai 2012



Farbe, Farbe überall
Heute geht es an die Farbeimer: Der letzte Arbeitstag soll vier fertiggestellte Häuser hervorbringen. Dazu bedarf es ausgiebiger Malerarbeiten. Bei den bislang höchsten Temperaturen dieser Woche greifen die Teams in den vier nahezu fertigen Häusern zu Farbe und Malpinsel. Zunächst steht im Innenbereich eine Grundierung in doppelt aufzutragender weißer Farbe an. Danach soll gelbe Farbe für weitere Farbakzente sorgen und zwar im Innen- wie auch im Außenbereich. Was das Bauteam zu spät bemerkt: Das Auftragen der weißen Farbe im Außenbereich sorgt bei der nachträglichen Übermalung mit gelber Farbe für das eine oder andere Problem, denn die gelbe Farbe ist dermaßen dünnflüssig, dass sie die weiß gestrichenen Flächen pittoresk "verschönerte".Erschwerend wirkte sich ebenfalls aus, dass die Leitern nicht immer in einwandfreiem Zustand sind: Ab und zu bricht da schon mal eine Sprosse raus. Nach dem ersten Unfall nutzte eine der Helferinnen die Chance, deutsche Sicherheitsrichtlinien zur Absicherung von Leitern auf dem kompletten Gelände einzuführen. Eine sinnvolle „Prozessoptimierung“. Vor allem, weil die Messlatte, was den Auftrag der Farbe angeht, ständig höher angehoben wird: Entgegen der ursprünglichen Absprache ist das Bauteam auf einmal dazu angehalten auch die Bereiche unter dem Dachblech zu streichen, was u.a. wackelige Aufstiege in drei Meter Höhe nötig macht. Nach einer halben Stunde Nacharbeit ist das Werk schließlich getan: Die vier Häuser sind wie geplant fertiggestellt. Zur Feier des Abschlusses geht es am Abend zum Essen ins Mar-ab, einem empfehlenswerten Restaurant. Der Bringdienst wird zurkünftig auch von Schwäbisch Hall gelegentlich angefragt werden ;-) "We have a website, too – leave a comment." Ziemlich erschöpft von den Anstrengungen der vergangenen Tage, aber auch zufrieden, klingt der Abend für das Team in der Hotelbar bei äthiopischer Musik aus...


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Samstag 19.05.2012



Abschied nehmen
Die Koffer sind gepackt und der erste Abschiedsschmerz macht sich unter den Helfern breit. Eine Woche des permanenten Ausnahmezustands geht für sie zu Ende. Sie haben einander kennen und schätzen gelernt, Freunde in Äthiopien gefunden, Menschen durch ihre Arbeit eine Zukunft gegeben und das Allerwichtigste: Sie haben ihre eigenen Erwartungen erfüllt. Vier neue Häuser warten auf ihre Besitzer. Doch bevor diese den Besitzer wechseln, werden sie vom Bauteam des Anlasses entsprechend mit bunten Ballons verziert. Schade nur, dass die lokale Prominenz früher eintrifft, als erwartet und das Team damit nochmals vor eine (zeitliche) Herausforderung gestellt wird. Just das Haus, das als erstes übergeben soll, ist natürlich als letztes mit dem Schmücken fertig. Dann kann die Übergabe-Zeremonie starten. Die neuen Besitzer sind überglücklich und die ersten Tränen fließen, auch unter den deutschen Helfern. Anschließend wird dem Bauteam schlagartig klar, dass es vorbei ist. Die Busse warten bereits, um die erschöpfte, aber auch glückliche Gruppe zurück nach Addis Abeba zu bringen. Dort angekommen gönnt sich das Team eine Stärkung, um anschließend die letzten Birr auf dem Mercato in Kaffee, Souvenirs und andere Shopping-Artikel umzusetzen. Als Höhepunkt des letzten Tages wird das Bauteam von den Habitat-Gastgebern in den Club Yod Abbesinya eingeladen, im welchem sich – zumindest für das europäische Auge – Äthiopiens Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Neben typisch äthiopischen Speisen heizt eine regionale Band mit klassischen Instrumenten den Gästen ordentlich ein. Tänzer stürmen die Bühne und fordern sogar den BERA Geschäftsführer Bernd Rath zum mitmachen auf. Der stellt sich der Herausforderung und schlägt sich mehr als achtbar. Das Team ist spät dran, als es zum Flughafen geht. Dutzende Umarmungen und Abschiedsgrüße brauchen ihre Zeit. Schließlich sind alle wohlbehalten an Board als der Flieger in die Lüfte und in Richtung Heimat abhebt.


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