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RegiobusinessDie Digitalisierung hat längst den deutschen Mittelstand erreicht. Allerorts werden neueste digitale Techniken zum Einsatz gebracht. Doch reicht das aus, um den anstehenden Wandel erfolgreich zu meistern?


 

Bild Grambeier

Die Digitalisierung hat längst den deutschen Mittelstand erreicht. Allerorts werden neueste digitale Techniken zum Einsatz gebracht. Doch reicht das aus, um den anstehenden Wandel erfolgreich zu meistern? Worauf kommt es bei der digitalen Transformation tatsächlich an? Was soll bewahrt werden, was muss auf den Prüfstand? Diese und weitere Fragen wird Stephan Grabmeier beim nächsten BusinessForum am Mittwoch, 28. Juni, in den Räumen von Procter & Gamble in Crailsheim beantworten. Er ist Experte für Business Transformation und Innovation, gilt als einer der großen deutschen Vordenker für die Zukunft der Arbeit und zählt zu den 40 führenden Köpfen des Personalwesens.

Im Interview mit RegioBusiness erklärt Grabmeier, dass Unternehmen mit dem wirtschaftlichen Denken der letzten Jahrhunderte zukünftig nicht mehr bestehen können: ein Upgrade des Betriebssystems, des "Mindset" und der Management-Methoden ist zwingend notwendig. Als einer der wenigen Manager hat Grabmeier den Digitalen Wandel bereits erfolgreich verantwortet. Durch jahrelange Erfahrung in DAX-Unternehmen wie der Deutschen Telekom, aber auch der Arbeit im Start-up-Umfeld weiß er, wie Transformation gelingen kann.

REGIOBUSINESS Herr Grabmeier, Sie nennen sich Chief Innovation Evangelist und sind Mitglied der Geschäftsleitung der Haufe Gruppe. Was genau ist Ihre Rolle?

STEPHAN GRABMEIER Evangelisten sind Menschen, die sehr früh ein neues Thema aufnehmen, verproben und für das Unternehmen zur Reife treiben. Den Titel des Chief Innovation Evangelist trage ich seit meiner Tätigkeit bei der Deutschen Telekom AG. Zur Haufe Gruppe bin ich mit der Zielsetzung gekommen, die Business Unit Haufe-umantis AG mit 200 Mitarbeitern von einem Softwareunternehmen zu einer internationalen Transformation Company zu entwickeln, die ihre Kunden bei der Digitalen Transformation aus der People- und Organisationsperspektive begleitet.

REGIOBUSINESS Seit fast 20 Jahren entwickeln Sie Ideen, Formate und Tools, die dabei helfen, Organisationen neu zu gestalten, Führung anders zu denken oder durch Technologie neue Wertschöpfung zu generieren. Was fasziniert Sie an diesem Thema?

STEPHAN GRABMEIER Es ist meine Leidenschaft, die Welt ein bisschen besser zu machen. Das meine ich weder esoterisch noch bin ich Sozialromantiker. Ich glaube aber daran, dass sich einiges in unseren Unternehmen und in den Köpfen tradierter Manager ändern muss. Dazu zähle ich unter anderem das Menschenbild und die Führungsmethoden, mit welchen manche Manager arbeiten. Dem einseitigen "Höher, Schneller, Weiter-Streben", der nach wie vor fehlenden Diversity in einer männerdominanten Wirtschaft sowie der Notwendigkeit, Unternehmen in die nächste Generation zu führen, um Arbeitsplätze zu sichern oder neue zu schaffen. Dies sind nur einige Punkte die mich treiben. "New Work" bedeutet, ein besseres Wirtschaften durch eine humanzentrierte Arbeit zu schaffen.

REGIOBUSINESS Wie fit sind Unternehmenslenker der Deutschen Wirtschaft wenn es um digitale Nutzung geht?

STEPHAN GRABMEIER Überwiegend unfit! Wir haben in manchen Kinderzimmern mehr digitale Kompetenz als in deutschen Vorständen oder Aufsichtsräten. Mittlerweile war wahrscheinlich fast jeder DAX-Vorstand auf einer Innovationsreise im Silicon Valley, ist aber andererseits nicht in der Lage, Twitter zu bedienen. Wie aktuelle Studien zeigen, sind 66 Prozent von 196 DAX-Vorständen völlig abstinent in sozialen Medien. Wie will jemand der keine Ahnung hat wie soziale Medien, digitale Technologien, Internet of Things, künstliche Intelligenz, Robotic, VR, AR und so weiter funktionieren verstehen, worum es bei der Digitalen Transformation geht? Diese ist nicht delegierbar. Sie beginnt zuallererst bei einem individuellen Lernprozess - egal ob Vorstand oder Praktikant.

REGIOBUSINESS Sie verstehen sich als Wegbereiter der Digitalen Transformation in Unternehmen. Wie mutig sind die deutschen Entscheider Wandel wirklich zu gestalten?

STEPHAN GRABMEIER Ich sehe heute immer noch Entscheider, die glauben mit den Methoden der letzten Jahrhunderte die Probleme der Zukunft zu lösen. Das wird nicht klappen. Die Geschwindigkeit durch die exponentiellen Entwicklungen ist so rasant, dass wir uns in einigen Bereichen neu aufstellen müssen. Das beginnt mit der Haltung von Führungskräften und Unternehmenslenkern, mit neuen Managementmethoden, mit der Art Unternehmen zu designen, verschiedene Führungsstile anzuwenden sowie anderen Methodiken, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. In der Breite ist die Deutsche Wirtschaft noch zu verhalten und betreibt Oberflächenkosmetik statt echte Transformation.

REGIOBUSINESS Welcher Schritte bedarf es denn, um ein typisches mittelständisches Unternehmen erfolgreich in die neue, digitale Arbeitswelt zu überführen?

STEPHAN GRABMEIER In erster Linie hängt es vom Reifegrad der Geschäftsführer ab, wie mutig sie sind, sich und ihr Unternehmen zu verändern. Denn ganzheitliche Transformation funktioniert nur Top Down. Je komplexer unsere Umwelt, desto komplexer müssen wir Unternehmen designen. Das lehrt uns die Systemtheorie. Basierend auf den Grundannahmen und der nötigen Haltung zum Wandel lassen sich die ersten Schritte in den drei Dimensionen Organisation, Technologie und Verhalten umsetzen. Wichtig ist klein zu beginnen, zu lernen und daraus schnell zu adaptieren. Transformation ist Unternehmensentwicklung im ständigen "test & learn- Modus". Interview nach Vorlage

www.bera.eu

www.sparkasse-sha.de

grabmeier.haufe.de

 


Quelle: RegioBusiness, 02.06.2017

Verantwortung für ein nachhaltiges Handeln übernehmen, auch Corporate Social Responsibility (CSR) genannt, zählt zu den Grundwerten der BERA. Daher gehörte der Personalexperte 2012 auch zu den Erstunterzeichnern der Heilbronner Erklärung. Mit der Unterzeichnung der WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg weitet das Unternehmen nun sein Engagement für Nachhaltigkeit in der Wirtschaft über die Grenzen der Region hinaus aus.

Das Land Baden-Württemberg gründete 2010 die Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN), auf deren Empfehlung die WIN-Charta ins Leben gerufen wurde, um engagierte Unternehmen aus Baden-Württemberg zu würdigen. Unter den Augen von 350 geladenen Gästen leistete die BERA im Rahmen einer Feier im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft als einer von 17 Neuunterzeichnern ihre Unterschrift unter der WIN-Charta. Als einziges mittelständisches Unternehmen der Region Heilbronn-Franken setzte der HR-Spezialist damit ein deutliches Zeichen in Richtung nachhaltige Unternehmensführung. „Die dynamische Entwicklung der BERA hat gezeigt, dass Ethik, Allgemeinwohl und Geschäftserfolg keine unvereinbaren Gegensätze sind“, sagt BERA-Geschäftsführer Bernd Rath am Rande der Veranstaltung.

Die WIN-Charta – ein System mit Erfolg

Mit seiner Charta zum nachhaltigen Wirtschaften bietet Baden-Württemberg als deutschlandweit einziges Bundesland ein System, welches für alle Unternehmen, von kleinen und mittleren bis hin zu Dax-Konzernen, umsetzbar ist und ein völlig transparentes Nachhaltigkeitsmanagement bietet. Auch Umweltminister Franz Untersteller betonte in seiner Eröffnungsrede, dass das Land Baden-Württemberg seit nunmehr zehn Jahren ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit sei. Damit dies auch weiterhin gewährleistet werden kann, orientiert sich die WIN-Charta an zwölf Leitsätzen, welche sich inhaltlich an den drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – orientieren. Aus diesen Leitsätzen heraus werden von den Unterzeichnern in einem 15-monatigen Prozess Zielkonzepte erstellt, welche zusätzlich zur Unterstützung eines sogenannten WIN!-Projekts umgesetzt werden. Den Abschluss bildet schlussendlich eine Berichterstattung über die geleisteten Maßnahmen sowie eine Überprüfung durch Stakeholder und die Öffentlichkeit, bevor sich die Unternehmen weiterhin verpflichten. Kommt ein Unternehmen diesem Prozess nicht nach, wird es aus der WIN-Charta ausgeschlossen.

Auch die Öffentlichkeit ist gefragt

In seiner Keynote fand der Schauspieler, Buchautor und Umweltaktivist Hannes Jaenicke neben lobenden auch deutlich mahnende Worte. „Die Wirtschaft darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, wenn es um die ökologischen und sozialen Konsequenzen ihres Handelns geht“, sagte Jaenicke. Aber auch die Konsumenten nahm er in die Pflicht. So kann jeder durch seinen Konsum und bewusstes Handeln die Nachhaltigkeit unserer Umwelt positiv beeinflussen.