Igersheim. "Zukunft denken. Zukunft gestalten" war der Titel eines Vortrags beim "Business Forums" beim Getriebehersteller Wittenstein, das regionalen Unternehmen zukunftsweisende Impulse liefern soll.

FNWeb

Bereits im achten Jahr findet das Forum in der Region Tauberfranken statt. Diesmal sprach Zukunftsforscherin Prof. Dr. Friederike Müller-Friemauth bei Wittensein vor mehr als 100 Zuhörern darüber, welche Chancen die Herausforderungen der Unternehmensentwicklung mit sich bringen können.

Was passiert im Silicon Valley, diesem kleinen Tal in Kalifornien, das für seine innovativen Unternehmen berühmt, aber auch berüchtigt ist? Sollten wir uns daran orientieren? Und was können wir von den Vorreitern in den USA lernen? Dies alles waren Fragen, welche die Zukunftsforscherin, Autorin und BWL-Professorin Dr. Friederike Müller-Friemauth zu beantworten versuchte. Nach ihrer Promotion war die promovierte Politologin mehrere Jahre in leitenden Funktionen tätig. So auch in der Coporate Foresight der Daimler AG. Heute un-terstützt sie Unternehmen im Zukunftsmanagement, hat eine Professur für Betriebswirtschaftslehre und Innovationsmanagement an der FOM-Hochschule Köln inne und ist Autorin mehrerer Bücher über unternehmerische Zukunftsforschung.

Blick nach Kalifornien

Wer sich heute mit Themen wie "Arbeit 4.0" oder der Digitalisierung unseres Arbeits- und Wirtschaftslebens beschäftige, führte sie aus, werde auch seinen Blick nach Kalifornien richten. Schnell komme es zu der Frage, ob sich diese Unternehmenswelten überhaupt nach Deutschland übertragen lassen.

In ihrem Vortrag betont Zukunftsforscherin Müller-Friemauth, dass es viel wichtiger sei, das Silicon Valley "zu kapieren, statt es zu kopieren". Fest macht sie dies unter anderem an der sogenannten "Moonshot-Theorie", die sich am Besten mit einem Zitat Friedrich Nietzsches erklären lasse. "Ziele nach dem Mond. Selbst, wenn du ihn verfehlst, wirst du zwischen den Sternen landen". Was das heimischen Unternehmen sagen soll? Dass man wieder mehr Visionen brauche. Nur wer hohe Ziele habe, könne diese auch erreichen bzw. sie sogar noch übertreffen. Die Referentin erläuterte den wesentlichen Unterschied zwischen deutschen Unternehmern und der kalifornischen Ökonomie: In Deutschland besinne man sich oft auf die Vergangenheit bzw. bereits erzielte Erfolge, um Innovationen zu meiden. Amerikanische Entrepreneure blickten hingegen nach vorne, auf die persönliche Vision und scheuten sich weitaus weniger vor dem Scheitern. Müller-Friemauths Vortrag inspirierte die Zuhörer.

Adobe als Beispiel

Auch wenn Unternehmensführung immer schwieriger werde, so gab die Referentin den anwesenden Entscheidern vor allem eines auf den Weg: Mehr Mut bei Entscheidungen zeigen. Als anschauliches Beispiel hierfür nannte sie das amerikanische Softwareunternehmen Adobe. Hier bekomme jeder Mitarbeiter nicht nur die Möglichkeit, einen gewissen Pro-zentsatz seiner Arbeitszeit für eigene Ideen aufzuwenden, sondern erhalte zusätzlich 1000 Dollar zur freien Verfügung. Was sich zunächst nach einer waghalsigen Investition anhöre, könne sich für das Unternehmen am Ende mehr als bezahlbar machen, sollte sich nur eine von hundert Ideen erfolgreich umsetzten lassen.

"Think Big" war also die Devise des Abends. Veranstalter des diesmal sehr visionären Business Forums sind die RegioBusiness, vertreten durch ihren Geschäftsführer Thomas Radeck, die Sparkasse Tauberfranken mit den Vorsitzenden des Vorstandes Peter Vogel sowie HR-Spezialist "Bera" mit Geschäftsführer Bernd Rath.

 

 

 

Quelle: Fränkische Nachrichten; 14.03.2017

Verantwortung für ein nachhaltiges Handeln übernehmen, auch Corporate Social Responsibility (CSR) genannt, zählt zu den Grundwerten der BERA. Daher gehörte der Personalexperte 2012 auch zu den Erstunterzeichnern der Heilbronner Erklärung. Mit der Unterzeichnung der WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg weitet das Unternehmen nun sein Engagement für Nachhaltigkeit in der Wirtschaft über die Grenzen der Region hinaus aus.

Das Land Baden-Württemberg gründete 2010 die Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN), auf deren Empfehlung die WIN-Charta ins Leben gerufen wurde, um engagierte Unternehmen aus Baden-Württemberg zu würdigen. Unter den Augen von 350 geladenen Gästen leistete die BERA im Rahmen einer Feier im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft als einer von 17 Neuunterzeichnern ihre Unterschrift unter der WIN-Charta. Als einziges mittelständisches Unternehmen der Region Heilbronn-Franken setzte der HR-Spezialist damit ein deutliches Zeichen in Richtung nachhaltige Unternehmensführung. „Die dynamische Entwicklung der BERA hat gezeigt, dass Ethik, Allgemeinwohl und Geschäftserfolg keine unvereinbaren Gegensätze sind“, sagt BERA-Geschäftsführer Bernd Rath am Rande der Veranstaltung.

Die WIN-Charta – ein System mit Erfolg

Mit seiner Charta zum nachhaltigen Wirtschaften bietet Baden-Württemberg als deutschlandweit einziges Bundesland ein System, welches für alle Unternehmen, von kleinen und mittleren bis hin zu Dax-Konzernen, umsetzbar ist und ein völlig transparentes Nachhaltigkeitsmanagement bietet. Auch Umweltminister Franz Untersteller betonte in seiner Eröffnungsrede, dass das Land Baden-Württemberg seit nunmehr zehn Jahren ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit sei. Damit dies auch weiterhin gewährleistet werden kann, orientiert sich die WIN-Charta an zwölf Leitsätzen, welche sich inhaltlich an den drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – orientieren. Aus diesen Leitsätzen heraus werden von den Unterzeichnern in einem 15-monatigen Prozess Zielkonzepte erstellt, welche zusätzlich zur Unterstützung eines sogenannten WIN!-Projekts umgesetzt werden. Den Abschluss bildet schlussendlich eine Berichterstattung über die geleisteten Maßnahmen sowie eine Überprüfung durch Stakeholder und die Öffentlichkeit, bevor sich die Unternehmen weiterhin verpflichten. Kommt ein Unternehmen diesem Prozess nicht nach, wird es aus der WIN-Charta ausgeschlossen.

Auch die Öffentlichkeit ist gefragt

In seiner Keynote fand der Schauspieler, Buchautor und Umweltaktivist Hannes Jaenicke neben lobenden auch deutlich mahnende Worte. „Die Wirtschaft darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, wenn es um die ökologischen und sozialen Konsequenzen ihres Handelns geht“, sagte Jaenicke. Aber auch die Konsumenten nahm er in die Pflicht. So kann jeder durch seinen Konsum und bewusstes Handeln die Nachhaltigkeit unserer Umwelt positiv beeinflussen.