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Der digitale Wandel erfasst die deutsche Wirtschaft auf ganzer Breite. 94 Prozent der Unternehmen antworten auf die Frage, ob die Digitalisierung ihre Geschäfts- und Arbeitsprozesse beeinflusst, mit Ja - so das Ergebnis der Umfrage "Wirtschaft 4.0..."



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Fachkräftemangel und 4.0 sind Thema


RegiobusinessDer digitale Wandel erfasst die deutsche Wirtschaft auf ganzer Breite. 94 Prozent der Unternehmen antworten auf die Frage, ob die Digitalisierung ihre Geschäfts- und Arbeitsprozesse beeinflusst, mit Ja - so das Ergebnis der Umfrage "Wirtschaft 4.0: Große Chancen, viel zu tun" der DIHK von 2014, für die 1849 Unternehmen aus ganz Deutschland und allen Wirtschaftszweigen befragt wurden.
Auch die Branche der Personaldienstleister ist von diesem Trend nicht ausgeschlossen, sondern quasi sogar doppelt "betroffen" - auf Seite der eigenen Arbeitsabläufe sowie was die Anforderungen an die Bewerber beziehungsweise das Profil der zu besetzenden Stellen betrifft.
MARKT Hinzu kommt, dass sich der Arbeitsmarkt, trotz Wirtschaftskrise vor einigen Jahren, seit 2007 recht stabil verhält - und sich auf einem sehr hohen Beschäftigungsniveau befindet, weiß Marketingleiter und Pressesprecher Ralf Eisenbeiß, von Franz & Wach Personalservice, mit Hauptsitz in Crailsheim. "In Heilbronn-Franken sind Arbeitskräfte seit zehn Jahren bereits recht knapp", so der Pressesprecher weiter. Was zu einem hart umkämpften Bewerbermarkt geführt hat. Was seinerseits wieder Auswirkungen auf die Arbeit der Personaldienstleister hat, doch der Reihe nach. . .
REKRUTIERUNG Die digitale Revolution schafft neue Formen der Arbeit sowie der Abläufe, Prozesse und Strukturen. Alte Arbeitsweisen ändern sich oder brechen gar ganz weg. Das zieht auch an der Branche der Personaldienstleister nicht vorbei. "Die Wege haben sich geändert, auf denen wir nach neuen Kandidaten suchen. Das Stelleninserat in der Zeitung beispielsweise hat an Bedeutung verloren. Im Gegenzug werden Online-Anzeigen und insbesondere Mitarbeiterempfehlungen immer wichtiger", berichtet Ralf Eisenbeiß. Und auch Barbara Röhr, Bereichsleiterin Marketing bei Bera mit Hauptsitz in Heilbronn erläutert: "Recruiting findet fast ausschließlich über das Internet statt - auf Jobportalen wie Monster, Stepstone, Xing und Co." Die Gegebenheit, dass in der Region Fachkräfte fehlen beeinflusst das Recruiting zudem in sofern, dass der Markt an geeigneten Fachkräften umkämpft ist. Und weil die Bewerber aufgrund der Marktsituation ihren Arbeitgeber "aussuchen" können, spielen bei der Wahl subjektive Faktoren eine entscheidende Rolle.
FAKTOREN So gewinnen flexible Arbeitszeitmodelle oder aber die Möglichkeit einer betrieblichen Kinderbetreuung an Bedeutung. "Qualifizierte Fach- und Führungskräfte suchen sich ihren Arbeitgeber heute gemäß ihrer individuellen Wünsche aus", betont Barbara Röhr. Und Ralf Eisenbeiß fügt hinzu: "Das Recruitment ist im Umfeld des umkämpften Bewerbermarktes schwieriger und aufwändiger geworden." In der Arbeitswelt 4.0 ändert sich für die Personaldienstleister aber nicht nur die Suche und Auswahl, auch die Anforderungen an die Mitarbeiter und die Kandidaten sind höhere. Ein weiteres Ergebnis der DIHK-Studie zeigt hier: 39 Prozent der befragten Unternehmen sehen in der Kompetenz ihrer Mitarbeiter ein Hemmnis sich auf die Digitalisierung einzustellen. Bera-Geschäftsführer Bernd Rath: "Neue Technologien erfordern neue Qualifikationen. Neben höherer IT-Kompetenz bedarf es in der digitalisierten Wirtschaft neuer Arbeitstechniken, interdisziplinärem Denken und Handel sowie persönlichen Kompetenzen. Daher bietet Bera beispielsweise gezielte Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema an.

 

 

 Quelle: RegioBusiness, 08.04.2016.