RegioBusiness

 

Regiobusiness

Den Organisatoren - BERA GmbH, Sparkasse Tauberfranken und RegioBusiness, ist es auch bei dieser Auflage gelungen, einen wahren Experten seines Faches zum BusinessForum einzuladen: Robindro Ullah.



weiterlesen...

 

Mehr als nur Kontakteknüpfen


RegiobusinessDen Organisatoren - Bera GmbH, Sparkasse Tauberfranken und RegioBusiness, ist es auch bei dieser Auflage gelungen, einen wahren Experten seines Faches zum BusinessForum einzuladen: Robindro Ullah. Seinem Impulsvortrag zum Thema Candidate Experience lauschten die Teilnehmer gespannt in Saal der Dualen Hochschule Mosbach im Schloss Bad Mergentheim.
Candidate Experience - was ist das überhaupt? "Es ist die Summe der Erfahrungen, die Kandidaten während des Bewerbungsprozesses machen", sagt Robindro Ullah. Denn die Erfahrungen, die sie in einem Unternehmen machen - unabhängig davon, ob sie daraufhin eingestellt werden oder nicht - tragen sie nach außen. "Das heißt, das Image eines Unternehmens kann dadurch stark beeinflusst werden und damit auch potentielle zukünftige Bewerber abschrecken."
Ullah sensibilisierte die anwesenden Unternehmensentscheider dafür, sich einmal anzuschauen, wie sie mit der großen Gruppe der nicht in Frage kommenden Kandidaten umgehe. Diese seien ein weiterer, wichtiger und häufig unterschätzter Kreis von Multiplikatoren. "Schließlich sagt man mehr Bewerbern ab, als man einstellt. Oder ist das in Ihren Unternehmen anders?", fragte er in die Runde. "Und jedes Unternehmen wünscht sich doch, dass selbst abgelehnte Bewerber sie als Arbeitgeber weiterempfehlen."
Der Experte hat genau zu diesem Thema ein Buch geschrieben. Hierfür hat er mit Bewerbern aus den verschiedensten Branchen, Altersgruppen und Ländern gesprochen und ihre Erfahrungen analysiert. Mit ein paar einfachen Beispielen aus seinem Buch versuchte er den Unternehmern die Sicht der Bewerber näherzubringen. Die ersten Eindrücke bekommen sie schon weit vor dem Vorstellungsgespräch. "Wenn ich eine Firma bin, die mit Schnelligkeit und Flexibilität prahlt, warum muss ein Bewerber dann zum Beispiel einen dreimonatigen Prozess durchlaufen?" Da passen gewolltes Image und transportiertes Image einfach nicht zusammen. "Ich muss schon während dem ganzen Prozess darauf achten, dass das, was ich nach außen darstellen will auch in der Unternehmenskultur realisiert ist."
Ullah gab hierzu ein bezeichnendes Beispiel aus seinem Buch: Ein Modedesigner wollte von Mailand nach Florenz wechseln. Aber schon bevor das Vorstellungsgespräch angefangen hat, kam es zum Bruch im Bewerbungsprozess. "Mode ist eine kreative Branche - der Designer wurde allerdings vor dem Gespräch in einem kahlen, weißen Raum ,zwischengeparkt' - Kreativität sieht anders aus. Er hat den Job nicht angenommen."
In der heutigen Zeit des Demografischen Wandels und der Fachkräfteknappheit werden laut seiner Ansicht aus Bewerbern Kandidaten. "Denn wir bewegen uns in eine Richtung, in der ein Bewerberengpass droht." Firmen können es sich nicht leisten, dass geeignete Kandidaten abspringen. Und dazu könnten schon die kleinsten Dinge Anlass geben. Er erzählte dabei von einem Kandidaten, dem ein mit Lippenstift verschmutzes Glas Wasser angeboten wurde. "Jemandem etwas zu trinken anzubieten ist ja richtig - aber die Ausführung war schlichtweg mangelhaft", lachte der Experte.
Eine der grundlegenden Fragen, die sich ein Unternehmen während dem Prozess einfach stellen muss sei: "Wieviel Respekt bringe ich dem Bewerber entgegen?"
www.sparkasse-tauberfranken.de
www.beragmbh.de
Über Robindro Ullah
Der studierte Wirtschaftsmathematiker entdeckte erst spät das Personalmanagement für sich. Er war bei Unternehmen wie der Deutschen Bahn und auch Voith tätig und erhielt für seine Aktivitäten unter anderem den HR Excellence Award, den Personalmarketing Innovator Preis und den Deutschen Preis für Onlinekommunikation. Heute ist Ullah Buchautor und Senior Vice President Employer Branding and Recruitment Consulting an der Deutschen Employer Branding Akademie in Berlin.
SWP

 

 

 Quelle: RegioBusiness, 08.04.2016.