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Was lange währt, wird endlich gut - die Redensart trifft auf die Stimmung unter den Unternehmensvertretern zu, die in Heilbronn nun ihre CSR-Berichte vorstellten.

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 Kür oder gesellschaftliche Pflicht?

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Was lange währt, wird endlich gut - die Redensart trifft auf die Stimmung unter den Unternehmensvertretern zu, die in Heilbronn nun ihre CSR-Berichte vorstellten.

Doch der Reihe nach: Vor zweieinhalb Jahren unterzeichneten elf Unternehmen die sogenannte "Heilbronner Erklärung". Elf, von 299 Unternehmen, die kontaktiert wurden. Mit der Unterzeichnung der "Heilbronner Erklärung" erklärten diese Unternehmen, eigeninitiativ und selbstverpflichtend, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Corporate Social Responsibility (CSR) beschreibt genau diese Verantwortung von Firmen der Gesellschaft, der Umwelt, aber auch den Mitarbeitern oder Kunden gegenüber.

Christopher Stehr, Professor für internationales Management an der German Graduate School of Management and Law (GGS) ist Initiator der Erklärung und begleitete den Prozess mit seinem Team wissenschaftlich. "Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun", so Stehr.

Nun, zweieinhalb Jahre später, sind noch acht der elf Unternehmen mit von der Partie: BERA, CSI, die Heilbronner Stimme, die GGS selbst sowie Hirschmann Labortechnik, Intersport, Marbach und Martin Priebe Beratung & Training. Diese Unternehmen haben in dieser Zeit Instrumente für einen nachhaltigen Einsatz von CSR-Maßnahmen entwickelt. So konnte für jedes der Unternehmen nun ein individueller CSR-Bericht, inklusive Handlungsmaßnahmen, vorgestellt werden.

Doch warum sind CSR-Maßnahmen so wichtig? Die Antwort findet sich in der "Heilbronner Erklärung": "Mittelständische Unternehmen stehen nicht zuletzt dank ihrer meist flachen Unternehmensstrukturen, ihrer Nähe zur Gesellschaft und der tiefen Verwurzelung in ihrer Region für reflektiertes, nachhaltiges und wertorientiertes Handeln."

Meist sind es Faktoren von außen, wie Ansprüche gegenüber Kunden oder Lieferanten die dazu animieren in Sachen CSR aktiv zu werden.Aber auch Verhaltensnormen gehören dazu. Wichtig ist dabei jedoch, authentisch zu sein, da sind sich alle beteiligten Unternehmer sicher. "Etwas ist dann authentisch, wenn es von den Mitarbeitern getragen wird, nicht vom Management vorgegeben wird", so der Tunus der Runde. Barbara Röhr, Marketingleiterin von Bera erklärt: "Der Austausch mit den Mitarbeitern, aber auch das Einbeziehen in Entscheidungen ist sehr wichtig."

Und das geschieht in den beteiligten Unternehmen immer wieder - auf vielen Ebenen der Verantwortung. Bera unterstützt beispielsweise die Organisation "Habitat for Humanity". Immer wieder werden von der Belegschaft dazu neue Ideen entwickelt und Spendenaufrufe angetrieben. Ebenso unterstützen die Mitarbeiter von CSI schon viele Jahre eine Hundestaffel.

Ein weiterer Grund für CSR-Maßnahmen ist, dass gerade die sogenannte "Generation Y", also die künftigen Fachkräfte, ihre Arbeitgeber nicht mehr rein über die monetäre Ebene auswählen, sondern Werte und Unternehmensleitsätze eine große Rolle spielen.

CSR-Maßnahmen lassen sich demnach auch super vermarkten - oder etwa nicht?Genau das soll gerade nicht geschehen - zumindest nicht missbräuchlich. Die CSR-Strategien der einzelnen Unternehmen sind nur dann nachhaltig und vor allem glaubhaft, wenn sie gelebt werden. Auch das ist ein konkreter Handlungsansatz der "Heilbronner Erklärung". "Das ,schön waschen' ist nicht Sinn der Sache", bringt es Christopher Stehr auf den Punkt. Und wie wird es nun weitergehen? "Es würde dem CSR-Gedanken widersprechen, wenn wir jetzt alles so belassen würden", erklärt Michael Steinhauser, Pressesprecher von Intersport. "Wir sehen es erst als den Anfang an. Darauf wollen wir aufbauen."Und Mathias Leixner, Leiter des Bereichs Entwicklung bei CSI fügt hinzu: "Wir sind mit einem weißen Papier gestartet. Auf den Bericht jetzt, kann jeder stolz sein. Deshalb werden wir ihn nicht in den Schrank legen, sondern dran bleiben."

 

 Quelle: RegioBusiness, 08. Mai 2015