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Eröffnung: Unternehmen BERA GmbH hat nun Niederlassung im Gründerzentrum in der John-F.-Kennedy-Straße

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FNWebREINHARDSHOF. Viele lobende Worte gab es am Dienstag bei der offiziellen Eröffnung der Niederlassung der Bera GmbH im Technologie- und Gründerzentrum in der John-F.-Kennedy-Straße auf dem Reinhardshof.
Bernd Rath, Gründer, Inhaber und Namensgeber des Unternehmens, blickte in seiner Ansprache auf die Geschichte des Personaldienstleiters zurück. Das Unternehmen sei vor 13 Jahren in Schwäbisch-Hall gegründet worden. Er selbst sei zuvor Geschäftsführer mehrerer Unternehmen gewesen. Die Branche der Personaldienstleistung habe damals einen sehr schlechten Ruf gehabt.
"Ich wollte genau das Gegenteil von dem machen, was diesen negativen Ruf verursachte", beschrieb er die Maxime der Bera. Die Gründung sei in der Weltwirtschaftskrise 2002 erfolgt, eine Zeit, die für Zeitarbeitsfirmen sehr schwierig war. Dennoch sei man erfolgreich gewesen.
Größter Anbieter
Heute sei Bera der größte Personaldienstleister der Region Heilbronn-Franken, auf die man sich hauptsächlich konzentriere. Hinzu kämen heute noch einige Außenstellen außerhalb dieses Kerngebiets. Derzeit habe das Unternehmen über 1000 Mitarbeiter. "Rund 500 Facharbeiter für einen großen Autobauer in drei Monaten zu finden, bekommen wir hin", warb Rath für die Kompetenz seiner Firma. Außerdem sei diese eine der am meisten ausgezeichneten Unternehmen Deutschlands und der einzige Personaldienstleister mit dem Ethiksiegel der evangelischen Kirche, wofür strenge Auflagen zu erfüllen seien. "Wir wollen Vorbild sein", so Rath.
Das Unternehmen biete neben der klassischen Zeitarbeit vom Helfer bis zum Interimsgeschäftsführer Personalvermittlung auf allen Ebenen, auch von Azubis.
Weiterhin übernehme man das gesamte Personalmanagement von Unternehmen, übernehme Firmensanierungen nach Insolvenzen und betreibe Headhunting für Firmen in der Region. "Wir werben aber nur Leute von außerhalb der Region für die Region", betonte der Inhaber. Außerdem biete man Beratung, Schulung und Mitarbeitertraining zu verschiedenen Themen auf allen Ebenen von Unternehmen. Zu Bera gehöre auch das "Erste Deutsche Zentrum für Leistungsmanagement" mit Sitz im Schloss Hopferau bei Füssen. Das dort untergebrachte Hotel sei ebenfalls in Firmenbesitz.
Vor Ort präsent
Wertheim habe man bisher über die Niederlassungen in Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim betreut, die das neue Team vor Ort weiter unterstützen werden. Mit der Eröffnung in der Main-Tauber-Stadt habe man einen weißen Fleck auf der Karte nun schließen können. Zwei Mitarbeiter werden sich dort um die Kunden vor Ort kümmern.
Oberbürgermeister Stefan Mikulicz blickte auf das erste Gespräch mit Rath bei der Eröffnung der IHK-Außenstelle im Gründerzentrum zurück. "Bei uns sind sie gut aufgehoben", verwies er auf den größten Wirtschaftsstandort nördlich von Heilbronn und die vielen Industriebetriebe in der Main-Tauber-Stadt. "Ihre Unternehmensgrundsätze passen zu Wertheim", betonte der OB. Er verwies dabei beispielhaft auf das Thema Familienfreundlichkeit, dem sich die Stadtverwaltung als Dienstleister, aber auch als Arbeitgeber widme. "Wir laufen auf eine älter werdende Gesellschaft zu, in der in wenigen Jahren junge Arbeitskräfte fehlen werden", so der OB. Entsprechend wichtig sei es, die Stadt für diese attraktiv zu machen. Bera passe mit seinem Angebot zu diesen Bemühungen.
Unterstützung
Der Firma sagte er seine persönliche Unterstützung zu. Mikullicz betonte, wie wichtig die Kooperation von Stadtverwaltung, Gemeinderat und ortsansässigen Unternehmen sei. Bedeutend sei es, auch den Familien von potenziellen Arbeitnehmern einen Anreiz zu bieten, nach Wertheim zu ziehen. "Bera gehört hierher, und sie werden sich hier wohlfühlen", schloss der OB.
Im Rahmen der Eröffnung referierte Mary Nistler-Freisler vom unternehmenseigenen Zentrum für Leistungsmanagement über die Personalentwicklung unter Berücksichtigung biochemischer Prozesse. Die Bereichsleiterin Training im Zentrum lud die Gäste zu einer Reise in die Welt der Neurobiologie ein, die eine ganz neue Betrachtungsweise auf das Selbst- und Leistungsmanagement ermögliche. Zunehmende Schnelllebigkeit und wachsender Zeitdruck lasse Stress und die dadurch bedingten Krankheiten und Ausfälle zunehmen.
Gleichzeitig erfordere der Zeitgeist schnelle Anpassungsfähigkeit von Unternehmen, wozu entsprechende Mitarbeiter nötig seien. Das menschliche Hirn könne sich evolutionsbedingt der schnelllebigen Zeit nicht gut anpassen, weshalb neurobiologische Erkenntnisse in der Entwicklung von Personen wichtig seien.
Einleitend ging sie auf die Energieversorgung des Gehirns ein. Habe es genügend Energie zur Verfügung sei man bereit, mutigere Entscheidungen zu treffen und sei außerdem kreativer. Entsprechende Aufgaben solle man also am besten nach einem ausgewogenen Frühstück in Angriff nehmen. Neben dem Gehirn verbrauchten vor allem Muskeln und Immunsystem viel Energie. Braucht ein System mehr Energie fehlt es einem anderen, verwies sie darauf, dass unter anderem Allergien der Konzentrationsfähigkeit schaden könnten.
Neben inneren Faktoren, seien auch äußeren Einflüsse für Stress verantwortlich. Dieser könne auch etwas Positives sein, denn er stärke die Sinne. Zugleich sorge er aber für einen Fluchtreflex. Stress würde über Bewegung abgebaut. Sitze ein Mitarbeiter aber hauptsächlich, könne dies nicht erfolgen.
Weiter ging die Referentin auf verschiedene Messverfahren ein, die neben Befragungen auch Messungen von Herzaktivität und Hormonspiegeln beinhalteten.
Die Ergebnisse würden helfen, den persönlichen Umgang mit Stress zu verbessern. "Ziel aller Maßnahmen ist es, Mitarbeitern zu helfen. Die erhobenen Daten bleiben privat und werden nicht weitergeben", betonte Bernd Rath abschließend. bdg

 

 

Quelle: fnweb.de., 16. Juli 2015