HallerTagblatt

SCHWÄBISCH HALL
 
Zukunft der Arbeit

Die Schlagworte "Industrie 4.0" und "Internet der Dinge" sind in aller Munde. Wie Digitalisierung die Arbeitswelt verändert, diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Kirche und Wissenschaft in der Haller Hospitalkirche.

Maschinen bestellen selbstständig die Rohstoffe, die sie zu Produkten verarbeiten. Züge erkennen automatisch, welcher Fahrgast einen gültigen Fahrschein hat. Und der Joghurt im Kühlschrank kennt sein Verfallsdatum. Klingt wie ein Science-Fiction-Roman? Im Gegenteil, all dies ist heute bereits technisch möglich. Ob der Mensch dabei zu kurz kommt, war eine der Fragen, auf die in einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, moderiert vom stellvertretenden Chefredakteur des Haller Tagblattes Jürgen Stegmaier, Antworten gefunden werden sollten.

"Auf der einen Seite führen Digitalisierung und Innovation zu Erleichterungen, auf der anderen Seite fallen Arbeitsplätze weg", brachte Prof. Dr. Gerhard Wegner, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche Deutschland in Hannover, die Befürchtungen auf den Punkt. Bernhard Frisch, Geschäftsführer der Schunk GmbH in Lauffen am Neckar, beruhigte: "Digitale Netze nehmen uns Arbeit eher ab, als weg. Ich glaube nicht, dass eine künftige Fabrik nur noch von wenigen intellektuellen IT-lern geführt wird." Ziel müsse es sein, die Menschen für künftige Aufgaben zu qualifizieren. Dem schloss sich auch Bernd Rath vom Personaldienstleister Bera an: "Viele Niedrigqualifizierte werden in absehbarer Zeit in Deutschland keine Arbeit mehr finden. Wir müssen schauen, dass wir diese Menschen auch mit durch die Veränderung nehmen." Hier sieht Landesbischof Frank July alle gefordert: "Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft, auf die Schwachen zu achten."

Wegner glaubt an eine positive Transformation, wenn "wir einen kühlen Kopf bewahren". So bewertet dies auch Easysoft-Geschäftsführer Andreas Nau: "Die Arbeitswelt wandelt sich, aber wir können das mitgestalten."

Zusatzinfo
Auszeichnung "Arbeitplus"
Siegel Nach der Podiumsdiskussion zeichnete die Evangelische Kirche die Firmen Bera und Easysoft mit dem "Arbeitplus-Siegel" als gute und gerechte Arbeitgeber aus. Für die Vergabe werden die Unternehmen überprüft hinsichtlich Lebenschancen, Beteiligungschancen, Entfaltungschancen und Sozialkultur.

SWP