VIERTES DEUTSCHES ARBEITSMARKTFORUM: Human Resources Kongress der GGS mit renommierten Rednern
Wie sich die Welt der Arbeit verändern wird

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NECKARSULM. Zum vierten Mal fand das deutsche Arbeitsmarktforum im Audi-Forum in Neckarsulm statt. Im Mittelpunkt des von der German Graduate School of Management and Law (GGS) vom HR-Spezialisten BERA und organisierten Kongresses standen die Herausforderungen in der zukünftigen Arbeitswelt. Unter dem Motto "Visionen vermitteln - Austausch fördern" widmete sich die Veranstaltung den Schwerpunkten Führung und Wandel.


Die Redner demonstrierten dabei, dass erfolgreiche, zukunftsweisende Personalarbeit schon heute möglich ist, wagten einen spannenden Blick in die Zukunft und deuteten an, wie sich die Arbeitswelt verändern wird. Das Forum bot ein breites Themenspektrum von den Spielregeln der Arbeitswelt 4.0 über Fragen der Mitarbeitergewinnung und Personalentwicklung bis hin zu klassischen Human Resources-Themen wie Arbeitgeberattraktivität und Ausbildungsmarketing. Aber auch neue Ansätze wie die Biologische Personalentwicklung oder neurowissenschaftliche Aspekte in der Personalarbeit standen auf dem Programm.

Auch der Weltmeister-Koch der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Holger Stromberg, war einer der Dozenten des Arbeitsmarktforums. Stromberg gilt als Multitalent, visionärer Querdenker und Ernährungsbotschafter. Im Audi Forum beleuchtete er gemeinsam mit dem Mediziner Professor Dr. Alfred Wolf und Dr. Sebastian Spörer das Thema Führungs- und Arbeitsqualität aus neurobiologischer Sicht. So erfuhren die 120 Teilnehmer des Forums zum Beispiel, wie sich Fußballspieler ernähren und in welcher Weise sich Ernährung auch auf unsere geistige und körperliche Leistungs- und Führungsfähigkeit auswirken.
Die heutige Arbeitswelt ist kommunikativer, vernetzter und komplexer als jemals zuvor. In vielen Unternehmen wirkt sich das nachhaltig auf die Führung aus, denn stetige Veränderungen sind zur Normalität in der Wirtschaftswelt geworden. Referent André Häusling, Change Management-Experte und Geschäftsführer der HR Pioneers GmbH, brachte es auf den Punkt: "Klassische, altbekannte Managementkonzepte reichen nicht mehr aus, um den dynamischen Regeln am Markt gerecht zu werden. Vielmehr ist es notwendig, Prozesse und Strukturen aktiv und agil zu gestalten, um auf dem dynamischen Markt bestehen zu können." Aus seiner Sicht müsse sich die Führungspyramide deutscher Unternehmer umkehren. So führen von den Mitarbeitern selbstorganisierte und verantwortete Projekte in vielen Fällen schneller und erfolgreicher zum Ziel.
Was Facebook, Google und Co. mit Personalarbeit zu tun haben, und warum sie für den Mittelstand wichtig sein können, schilderte Gero Hesse, einer führender Kopf des Personalwesens zum Thema "Individualisierung und Arbeitgeberattraktivität: Relevanz schafft Nähe".
Provokant und unterhaltsam präsentierte sich Lena Schiller Clausen, Unternehmerin und Autorin aus Berlin. "Sie und ich - wir haben ein gestörtes Verhältnis", hielt sie den anwesenden Personalentscheidern entgegen, denn als Vertreterin der Generation Y mit dem dazugehörigen unsteten Lebenslauf wäre ihre Bewerbung eine der ersten, die im Papierkorb landen würde. Doch Unternehmen, die auch in Zukunft weiter erfolgreich bleiben wollen, müssen zu einem Umdenken innerhalb der eigenen Unternehmensstruktur gelangen und sich der Arbeitswelt junger Nachwuchskräfte öffnen. Dies könnte beispielsweise eine Änderung der Hierarchie bewirken. Moderne Manager sollen ihre Mitarbeiter nicht nur führen, sondern ihnen vor allem beim Gestalten neuer Schnittstellen und Kooperationen zur Verfügung stehen. Auch das unkontrollierte Teilen von Wissen ist ein Appell von Clausen.
Im letzten Vortragsteil informierte easySoft-Geschäftsführer Andreas Nau über neue Wege zum Erfolg, während sich Professor Dr. Andreas Eckhardt von der GGS der Stellenanzeige 2.0 widmete. Nau plauderte buchstäblich aus dem Nähkästchen und berichtete offen über schwierige Phasen im eigenen Unternehmen und wie er diese meisterte. In seinem motivierenden Vortrag zeigte er auf, dass es von Wichtigkeit ist, im Leben klare Visionen und Ziele zu haben. "Arbeit muss auch Leben sein und Erfüllung und Glück bringen", so die Erkenntnis von Andreas Nau. pal

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 20.11.2015
       

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: WirtschaftsStimme, 17.11.2015