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Trotz strahlendem Frühlingswetter kamen über 100 Unternehmensentscheider und Vertreter aus Wissenschaft und Politik zum 17. Business-Forum in die lichtdurchfluteten Veranstaltungsräume der VS Vereinigten Spezialmöbelfabriken.

Trotz strahlendem Frühlingswetter kamen über 100 Unternehmensentscheider und Vertreter aus Wissenschaft und Politik zum 17. Business-Forum in die lichtdurchfluteten Veranstaltungsräume der VS Vereinigten Spezialmöbelfabriken, um unter Anleitung von Neuroleadership-Spezialist Dr. Markus Ramming einen Blick auf die Themen Motivation und Führung zu werfen.

Mit seinen Raum- und Funktionskonzepten will der Spezialmöbelhersteller VS für ein motiviertes und effektives Arbeiten und Lernen sorgen. Ein ähnliches Ziel verfolgt der promovierte Neurobiologe und Business-Forum-­Speaker Dr. Ramming, der sich mit Herz und Seele für das Thema Neuroleadership einsetzt.

Er war lange selbst als Führungskraft in verschiedenen Pharmaunternehmen tätig und kennt die Belange von Organisationen und Entscheidern. Im Gegensatz zu den VS Vereinigten Spezialmöbelfabriken beschäftigt er sich jedoch mehr mit der Software als mit der Hardware. Denn „das Gehirn als zentrale Schaltstelle des Körpers entscheidet häufig über Erfolg und Misserfolg“, sagt der Neurowissenschaftler.

Motivation in der Praxis
Ramming bot interessante Impulse für die von der Sparkasse Tauberfranken, Regio-Business und Bera initiierte Veranstaltung. Nach einer Führung durch die VS-Ausstellung und die Begrüßung durch den kaufmännischen Geschäftsleiter, Steffen Weis, folgte der mit vielen Beispielen bestückte Vortrag „Motivation aus neurowissenschaftlicher Sicht – wie sich Führung wandeln muss!“. Der Neurobiologe verdeutlichte, dass Mitarbeiter über den Lohn und nette Worte langfristig wenig motiviert werden. Solche Anreize wirken nur für Sekunden auf den Dopamin ausschüttenden Teil des Gehirns, nachhaltige Freude, Motivation und Lernen bleiben aus. Im Gegenteil, Boni und Prämien können die Kreativität und Produktivität sogar vermindern.

Hingegen haben Autonomie, Selbstwirksamkeit und Kontrolle, Beziehungen und Selbstwert, die Dr. Ramming zu den Grundbedürfnissen des modernen Menschen zählt, großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Besonderen Anklang fand, auch in der angeschlossenen Fragerunde, Dr. Rammings Vorschlag zum Thema Ideenmanagement und betriebliches Vorschlagswesen.

Der klassische Briefkasten, aber auch das E-Mail-Postfach für Verbesserungsvorschläge geht wenig auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter ein und verleitet kaum, „out of the box“ zu denken. Freiraum und Autonomie hingegen sind wichtiger Bestandteil des menschlichen Kontrollbedürfnisses und bieten zudem den idealen Rahmen für Innovation. Gezielt genutzt werden kann dieses Potenzial an einem Kreativtag, eine Betriebsfeier alleinig mit der Prämisse „Was wollt ihr in der Firma ändern?“. Ganz egal, ob Produkt, Prozess oder Struktur.

Etablierte, erfolgversprechende Best-Practice-Beispiele und konkrete Lösungen wollte Dr. Ramming nicht liefern. „Jede Organisation ist verschieden“, die ersten Schritte der Veränderung müssen bei den verantwortlichen Entscheidern beginnen. Zum Beispiel Ziele zu definieren, für deren Erreichen eine ureigene Motivation zugrunde liegt. Am vielversprechendsten sieht Dr. Ramming die Methode „möglichst viel zu probieren und das, was geht, behalten“ für die nachhaltige Innovation von Prozessen und Strukturen.


Quelle: Focus Online, 25.04.2018