BusinessForum zu Gast bei BASS in Niederstetten

Auch am 18. BusinessForum im Main-Tauber-Kreis war die Teilnehmerzahl der Unternehmensentscheider und Vertreter der regionalen Politik wieder groß. In dem modernen Produktions- und Verwaltungsgebäude des Gewindespezialisten BASS GmbH Niederstetten, erwartete die Teilnehmer der Innovationsforscher Prof. Sascha Friesike, der darüber sprach, wie die Zukunft digital und innovativ gestaltet werden kann. Die Gäste erwartete jedoch kein Wissenschaftler im grauen Anzug, sondern ein junger eloquenter Redner, der den digitalen Wandel miterlebt und auch aktiv mitgestaltet.

Das gläserne und lichtdurchflutete Firmengebäude der BASS GmbH bietet einen weiten Blick über die tauberfränkische Landschaft. Diese Transparenz war auch in den Großraumbüros des Gewindeschneiderherstellers zu erleben, in denen verschiedene Abteilungen zusammensitzen. Der Blick von Büroräumen in die Produktion und zurück wird ebenfalls von Fenstern ermöglicht. Hinsichtlich Transparenz, Kommunikation, Qualität und der Umsetzung digitaler Prozesse war die BASS GmbH der ideale Veranstaltungsort für das diesjährige BusinessForum mit dem Thema „Neues Denken, neues Handeln, neue Wege gehen“.

Die seit 10 Jahren von der Sparkasse, der RegioBusiness und dem HR-Spezialisten BERA GmbH in der Region Tauberfranken ausgerichtete Veranstaltung ist zu einer Institution geworden. Durch hochkarätige Referenten und Themen am Puls der Zeit hat sich das BusinessForum als Inspirations- und Diskussionsplattform einen Namen gemacht.

Wirtschaft und Wissenschaft
Prof. Friesike 1 webNach der Führung durch die Geschäftsräume und Produktion des mittelständischen Qualitätsführers erlebten die Besucher des Forums eine angeregte Diskussion über digitale Konzepte und deren Umsetzung im Kontext Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Begrüßt wurden die Gäste des Abends von Dr. Stefanie Leenen, Geschäftsführerin in dritter Generation. Die stolz von den „Bassianern“ erzählte, die ihre Liebe zur Präzision und Qualität teilen. Die Gäste hatten teilweiße einen längeren Weg auf sich genommen, um nach Niederstetten zu kommen. So auch der Referent des Abends, Prof. Dr. Sascha Friesike, der extra aus Amsterdam angereist war.

Die Vorstellung des Speakers übernahm Peter Vogel, der Vorsitzende des Vorstandes der Sparkasse Tauberfranken. Er sieht in der Digitalisierung eine Chance für seine Bank und war daher gespannt auf den Vortrag des jungen Wissenschaftlers.

Prof. Friesike hat seine Doktorarbeit im Wirtschaftsingenieurwesen zu Innovationsmanagement, Urheberrecht und Patenten in der digitalen Zeit geschrieben. Seiner akademischen Tätigkeit ging er an der Universität Würzburg, der VU Universität Amsterdam und dem Humboldt Institut Berlin nach. Seit Mitte Februar 2019 ist er Professor für Design digitaler Innovationen an der Universität der Künste Berlin und Direktor des Weizenbaum – Instituts für die vernetzte Gesellschaft.

Seine Forschung bezeichnete er als Untersuchung der Auswirkungen der Digitalisierung auf Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeit. Strukturiert hatte er sein Vortrag anhand von 12 Thesen wie Unternehmen und Institutionen mit der Digitalisierung umgehen bzw. konkreten Beobachtungen, die er in seiner Forschung gemacht hatte.

Technologie ist die Lösung
Ein sehr akutes Problem sieht Friesike darin, das Unternehmen in (digitalen) Technologien gleich die Lösungen für bestehende Probleme sehen. Dabei handelt es sich jedoch nur um Werkzeuge – Strukturen und Mitarbeiter sind aber der wichtigere Faktor für die tatsächliche Lösung von Problemen. So werden für viel Geld Tools, Apps und Plattformen eingekauft, die dann nur selten effektiv genutzt werden bzw. Nutzen bringen. Meist wird der Kern eines Problems nicht verstanden oder die Auseinandersetzung damit erscheint zu anstrengend oder komplex.

Der Blase folgen
Ein weiterer Trend den Prof. Friesike erkannt hat, bezieht sich auf den Wandel der Strategie und den Weg den Organisationen gehen. Früher orientierte man sich an der Vergangenheit, nach dem Motto: „Wo kommen wir her, was können wir, wo wollen wir hin und wie schaffen wir das?“ In Zeiten von Disruption und digitalem Wandel sehen sich Organisationen dazu veranlasst ihre Strategie anders anzugehen. „Es wird über den Zaun und zur Seite geschaut, Projekte und Ideen von anderen kopiert, mit der Hoffnung damit einen digitalen Trend zu erwischen und damit eine der angesprochenen Lösungen“, so der gelernte Wirtschaftsingenieur. Die Strategieliteratur rät jedoch Dinge anders anzugehen, als die Konkurrenz.

Im Zuge der Digitalisierung macht man nun das Gleiche, hofft aber auf ein anderes Ergebnis. Als Beispiel dafür führt Prof. Friesike die Kfz-Versicherer an, die nach und nach eine App für die Schadensabwicklung herausgebracht haben. Statistisch hat jeder Verkehrsteilnehmer im Leben 1-2 Unfälle und laut Meinung des provokanten Wissenschaftlers denkt niemand in solch einem Fall daran die App zu zücken, da ruft man gerade noch die Polizei oder schießt ein Foto vom Schaden. „Wieder eine Lösung, die kaum Anwendung findet“, sagt Prof. Friesike. Er ist der Meinung, dass Organisationen lieber in die Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter investieren sollen, da sich diese langfristig immer mehr auszahlen als blinde Investition in eine Technologie.

Innovation bedeutet Ding zu verbinden
Innovation Labs seinen ein weiteres Phänomen unserer Zeit. Kreative Glaskästen mit Post-its oder Start-ups in Silicon Valley. Die werden oft von Führungskräften besucht, um neue Ideen oder Arbeitsmodelle zu kopieren bzw. zu etablieren, dabei ist das nur oberflächlich. Die Kultur dahinter kann und wird in solch kurzer Zeit nicht verstanden und exportiert. Zudem führen die dann in Unternehmen installierten Innovation Labs dazu das neue Ideen dorthin verschoben werden, wo sich ein kleiner Personenkreis zweimal im Monat trifft.


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Kreativität und künstliche Intelligenz
In seinen Thesen rund um die Digitalisierung ging Prof. Friesike außerdem auf die zunehmende Vernetzung und Ihre Auswirkung auf Innovation und Kreativität ein.

Kritik übte er, an der Idee Routineaufgaben könnten generell digitalisiert werden, denn insbesondere die Arbeit von Handwerkern oder Lehrern und die Führung von Mitarbeitern wird in Zukunft analog bleiben. Daran wird auch die künstliche Intelligenz nichts ändern. Sie kann Kreativität nicht ersetzen, sondern wird Werkzeug innerhalb eines festgesteckten Rahmens bleiben. Nur wenn es um Mustererkennung und die Verarbeitung großer Datenmengen geht, ist KI der menschlichen Intelligenz auch überlegen.

Transparenz und Sichtbarkeit
Zunehmende Vernetzung schafft Transparenz, die auch von Organisationen als hohes Gut betrachtet wird, oft mit gegenteiliger Auswirkung. Wer Transparenz schaffen will, meint damit meist Sichtbarkeit, Prozesse und Strukturen sollen einsehbar und vor allem verstanden werden. Da greift aber der Transparenz-Paradox, je mehr Informationen verfügbar sind, desto geringer ist die Sichtbarkeit, weil das Expertenwissen fehlt oder eine Überforderung eintritt. Prominentes Beispiel sind die „Privacy Policies“ sozialer Netzwerke die seitenlange E-Mail ihrer Datenschutzbestimmungen verschicken, dort steht alles was mit Ihren Daten geschieht, sehr transparent aber komplett unsichtbar, weil niemand die Zeit hat diese zu lesen. Oder die Lebensmittelampel, mit der die Politik hadert und aktuell noch meint, die mit Fachbegriffen versehene Angabe der Inhaltsstoffe schafft genug Transparenz über die gesundheitlichen Wirkungen des Lebensmittels.

Skeptische Neugier
Prof. Friesikes Fazit in Sachen Digitalisierung lautet: „Blinde Begeisterung und strikte Ablehnung sind keine guten Berater“. Mit skeptischer Neugier müssen die Herausforderungen angegangen werden, wir können es nur verstehen, wenn wir die Neugier haben uns damit auseinanderzusetzen, wenn wir aber nicht genug Skepsis besitzen, kaufen wir Lösungen, die eigentlich nur Luftschlösser sind. Deshalb müssen wir uns Fragen: Sind wir neugierig und skeptisch genug?

Zum Abschluss des Abends resümierte BERA Geschäftsführer Bernd Rath, dass die Zuhörer viel aus den Beispielen lernen und ableiten konnten. Auf die Frage nach konkreten Tipps antwortet Prof. Friesike: „Eine Checkliste oder 5 Tipps für die Digitalisierung gibt es nicht.

Mit der Erkenntnis, „dass es nicht die einfachen Antworten sind“, eröffnete Bernd Rath die Diskussionsrunde, an der sich die Teilnehmer bei Getränken und Häppchen noch bis spät in den Abend gerne beteiligten. Der gemeinsame Austausch mit dem Referenten, alten Bekannten oder neuer Geschäftskontakten wurde intensiv genutzt.

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Die Initiatoren
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v.l. Martin Zeller (BASS Geschäftsführung), Prof. Sascha Friesike (Referent), Dr. Stefanie Leenen (BASS Geschäftsführung), Peter Vogel (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Tauberfranken), Bernd H. Rath (Geschäftsführer der BERA GmbH) und Marius Stephan (stv. Chefredakteur der RegioBusiness)

Kurzprofil BERA
Das Leistungsspektrum des inhabergeführten und wirtschaftlich unabhängigen HR-Dienstleisters BERA GmbH reicht von der klassischen Zeitarbeit über die Personalberatung sowie die Vermittlung bzw. Überlassung von Fach- und Führungskräften bis zum Management von Master Vendor- und On-Site-Projekten. Zum Unternehmen gehören außerdem das Erste Deutsche Zentrum für Leistungsmanagement sowie das unternehmenseigene Schloss zu Hopferau.

Die BERA versteht sich als Arbeitsmarktgestalter und strategischer Partner mit nachhaltigen HR-Lösungen, von denen Kunden wie Mitarbeiter gleichermaßen profitieren. Auf Grund ihrer werteorientierten Firmenphilosophie sowie hohen Service- und Beratungsqualität wurde die BERA bereits mehrfach von unabhängigen Institutionen ausgezeichnet.

Mit Standorten im Allgäu, Bad Mergentheim, Crailsheim, Eisenach, Heilbronn, Hohenlohe, Ingolstadt, Obersontheim, Rothenburg o.d.T., Schwäbisch Hall und Wertheim gehört die BERA zu den größten Arbeitgebern Heilbronn-Frankens.

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